Die Happy – The Interview

Die Happy in Concert ©pcbritzThey just brought out their new album RedBox in September, now they are touring through Germany!

Last night, I met Die Happy in Frankfurt before their show at the “Batschkapp” and talked with them about album, tour, success in the music business, casting shows and the online world.

Bottom Line: Die Happy are “ordinary people” who have lots of fun with their music, want to be successful, but won’t jump through hoops in order to do so.

Read the full interview or check out the Video at the bottom of the post (both German) and don’t forget to check out the photo gallery from the Die Happy concert in Frankfurt!

Ihr seid schon ein paar Tage unterwegs. Mit welchen Erwartungen seid ihr gestartet und wie hat die Tour für euch angefangen? Seid ihr zufrieden damit?

Ralph: Drei Fragen auf ein Mal! (zu Marta) mach du mal!

Marta: Die Erwartungen: Man ist immer sehr nervös, neue Lieder sind draußen, die Reaktionen auf unser neues Album von den Fans waren super. Trotzdem ist das live immer ein bisschen anders. Man kann nie sagen welches Lied wird am besten ankommen live. Auf einer Platte ist es natürlich anders, wenn man irgendwie zuhause sitzt oder im Auto und sich das anhört als wenn man plötzlich vor der Bühne steht und die Band rockt dich direkt an.

Es kommt sehr sehr sehr gut an. Ich hab auch das Gefühl je länger das Album draußen ist, desto besser sind die Textkenntnisse bei unseren Zuschauern, sogar gestern in der Schweiz, das gefiel mir richtig gut.

… und bei dir auch?

Marta (grinst): eeh, ja ich kenn die. Ich weiß ich bin nicht so textsicher, das ist weil ich halt so viele Gedanken im Kopf hab, aber ich kenn die und ich kann die Texte viel besser als jeder einzelne Zuschauer. Das ist schonmal sehr gut.

Ralph: Die Tour läuft auch gut, um auf die Frage zurück zu kommen. Das ist jetzt heute das achte Konzert. Wir sind alle wohl auf, wir sind alle gesund, wir sind alle fit, auch wenn es jetzt im Moment nicht so aussieht. Wir feiern ab und zu mal ganz gerne und sind aber mit allem total glücklich und zufrieden.

Marta: Ts, ja wir sind fit. Der Ralph vergisst immer wie es der Sängerin geht, weil an die Sängerin denkt natürlich kein Mann… (Ralph: Oooch)…mein Rücken ist ein bisschen im Eimer. Ich weiß nicht woher das kommt, aber gestern konnte ich mich kaum bewegen – bin trotzdem auf die Bühne gegangen. Es ist mir sogar ein bisschen besser gegangen. Ich spiele halt die brave Rolle nach dem Konzert: heiß duschen und dann in meinen bunten Pyjama, rein in den Bus unter die Decke auf mein super Kissen und Film gucken. Jetzt hab ich mir extra einen neuen Film besorgt, den ich mir nach der Show anschauen möchte.

Ralph: Und wir Jungs haben uns ‘ne frische Flasche Wodka besorgt (lacht).

Sehr schön! Der Albumtitel „Redbox“, habt ihr erklärt, steht für das Gefühl eines jeden Einzelnen von euch, das er ins Album gepackt hat. Was ist für euch beide eure persönliche RedBox, was ist das Gefühl ohne das das Album auf keinen Fall funktionieren kann?

Marta: Also ich finde natürlich ohne meine Texte kann es nicht funktionieren, denn das ist wirklich ne RedBox, ich schreibe zu großen Teilen schon sehr autobiographisch, vermisch‘ das natürlich mit irgendwelchen anderen Sachen: was meine Freunde erlebt haben, was meine Jungs erlebt haben oder manchmal auch so ein bisschen denk ich mir ein paar Sachen dazu, aber das ist auf jeden Fall ein sehr großer Teil von Die Happy. Das ist meine RedBox.

Ralph: Bei mir jetzt im speziellen Fall natürlich weniger textlich, das überlassen wir natürlich auch ganz gerne Marta. Musikalisch ist es wahnsinnig energiegeladen, ich glaube die größte Portion Energie auf einem Die Happy Album überhaupt. Viel Double Bass, viel tiefe Bässe, viel verzerrte Gitarren, schreiende Marta und das ist für mich die RedBox, die ist in erster Linie total kraftvoll nach vorne.

Marta: Liebe zum Leben sozusagen.

Ihr seid mit dem Album wieder ein bisschen „back to the roots“ gegangen, man hört den „alten“ Die Happy sound durch. Mir wird gerne vorgeworfen ich sei musikalisch in den 90ern stehengeblieben. Was hat sich für euch seit den „guten alten Zeiten“ musikalisch verändert?

Ralph: Das ist immer ganz schwierig in Worte zu fassen. Ich könnte es mit Worten jetzt nicht beschreiben, man hört immer neue Musik, man lässt sich durch das Leben beeinflussen, und dann geht man in den Proberaum, nimmt sein Instrument und es kommt das raus, was rauskommt. (kurze Pause, dann lacht er) deshalb bin ich kein Texter, bei uns Musikern da spricht eben das Instrument aus uns. Zu den Texten muss Marta was sagen.

Marta: Ne, ich finde musikalisch sowieso, wir sind unserem Musikstil mehr oder weniger treu geblieben. Klar machen wir immer wieder kleine Ausflüge, die manche als nicht gerade sehr innovativ beschreiben. Für uns ist es eben innovativ, wir sind eben so, wir sind vier Menschen die alle doch auch sehr gerne unterschiedliche Musik hören. Unser Schlagzeuger zum Beispiel hört gerne HipHop, was ich gar nicht kann. Die Vorlieben sind ein bisschen anders. Ich steh eher auf das Schräge, unser Gitarrist und unser Schlagzeuger stehen eher auf das Gerade, Ralph würde sieben Minuten lange Lieder schreiben, wenn er dürfte (beide lachen). Und wenn man diese vier Köpfe zusammen macht, dann gibt es einfach diesen Die Happy sound den wir machen. Ich muss sagen, ich finds auch gut bei uns. Ich find das gut bei andern Bands wie den Fantas oder Madonna, die sich ständig mit jedem Album irgendwie neu erfinden. So sind wir aber nicht. Und ich bin eigentlich glücklich so. Wir haben unsere Fans, die uns seit 17 Jahren oder mindestens zehn Jahren schon treu sind, und das ist, was uns am meisten Spaß macht. Uns zu verbiegen in irgendeine innovative Richtung nur um den Zug des Geistes der Zeit zu erwischen, das würde uns keiner abnehmen.

Ihr habt „Survivor“ von Destiny’s Child gecovert und neu interpretiert, auch um damit zu sagen: „Wir sind noch da, wir haben es geschafft“. Ist es schwieriger geworden im Musik-Geschäft als früher?

Marta: Das kommt drauf an. Ich glaube man muss natürlich eine ordentliche Portion Glück haben, dass man am richtigen Ort im richtigen Moment ist. Und man muss auch irgendwann etwas in der Musik machen, was die Leute mitnimmt. Es gibt super viele gute Musiker auf dieser Welt. Zu super vielen Bands würde ich sagen: Bands, die die Welt nicht braucht, weil man das schon tausend Mal gehört hat. Ich glaube das kann man fast über jede Band sagen, bis auf Bands wie Rammstein oder schon die besagte Madonna. Musik wiederholt sich, ich meine es gibt nur diese paar Töne, die paar Harmonien, was soll man da auch irgendwas neues machen- Schwieriger ist es in dem, dass man als Newcomer einfach nicht mehr so viel Möglichkeit hat live zu spielen, wie wir es hatten. Wir konnten wirklich in jedem Schuppen spielen, haben zwar vielleicht für `ne Pizza und wenn wir Glück hatten noch Spritgeld gespielt, aber das war das, was uns glaube ich so weit gebracht hat, dass wir nie aufgehört haben.

War das ein Grund für dich zu Popstars zu gehen? Dass es Bands die Möglichkeit gibt zu spielen? Oder was hat dich dazu bewegt?

Marta: Ich hab sowas schonmal in Tschechien gemacht und es hat mir einfach tierisch viel Spaß gemacht. Ich dachte mir, wer könnte besser urteilen… von Menschen in meinem Alter jetzt? Ich hab 17 Jahre Banderfahrung hinter mir und ich finde, dass es endlich an der Zeit ist, dass auch Rockmusiker in die Jury kommen. Steven Tyler hat es mir nachgemacht (Lachen, Marta grinst). Der hat sichs angeguckt hier in Deutschland und dachte sich dann, ey American Idol, hat da angerufen, tierisch viel Geld abkassiert – das hab ich leider nicht, seine Gage – aber ich finde es ist an der Zeit. Ich finde es eine der letzten Möglichkeiten für Leute die nicht so gute Verbindungen haben, und nicht die Möglichkeiten haben sich irgendwo zu zeigen, auf sich aufmerksam zu machen, definitiv. Und ich muss auch sagen, dass egal bei welcher Casting Show, es gibt immer super super viele Talente dabei.

Stichwort Aufmerksamkeit: Ihr habt neulich eine iPhone App rausgebracht, seid online unterwegs auf Facebook, ihr bloggt. Welchen Stellenwert hat das für euch und was steckt da für euch drin?

Ralph: Also einen Tag, den verbringen wir zu sieben Stunden im Bett…

Marta: Wie bitte? Also ich ja – der (zeigt auf Ralph) schläft zwölf Stunden am Tag

Ralph: … zu zwei Stunden auf der Bühne und die restliche Zeit glaube ich verbringen wir im Netz. Wir saßen vor kurzem hier im Backstage, die Band, die Techniker, alle so auf dem Sofa (er setzt sich gerade auf, die Beine zusammen zu einem kleinen Tischchen geformt) und jeder irgendwie mit seinem Laptop. Wir haben nicht miteinander geredet, wir haben nur übers Internet miteinander kommuniziert und mit der Welt draussen. Es hat für uns einen ganz großen Stellenwert.

Marta: Wir lieben Internet, das ist echt `ne Möglichkeit wo man den Fans alles mitteilen kann. Ich bin seit kurzem ständig bei Facebook und sag den Leuten mal, was ich grade im Backstage mache und so weiter und so fort. Ich finde es auch super lustig, wie sie antworten und ich bin mittlerweile auch so… ich lade mir komplett meine CDs bei iTunes runter. Ich bin sogar dabei mir da Filme zu kaufen. Heute – ich dürfte das niemandem erzählen – hier ist Internet für alle, nur eine Leitung und ich hab während des Abendessens mir zwei Stunden lang…

Ralph: …ach deshalb war das so lahm…

Marta: … ja, hab mir halt `n Film bei iTunes gekauft und runtergeladen auf den ich mich schon freue.

Ralph: Mein YoutPorn Film hat ewig gebraucht bis er geladen war (er lacht).

Marta: Du Schwein! (er lacht noch lauter)

Also seht ihr es auch nicht als Problem für eure eigene Musik, dass sie online verfügbar ist?

Marta: Das ist die Zeit einfach. Man muss darauf reagieren. Es war abzusehen, dass es so kommt. Ich frage auch jeden Tag auf der Bühne, wer sich unser Album illegal heruntergeladen hat. Die witzigste Reaktion ist immer (sie streckt die Hand und zieht sie schnell wieder zurück) ‚oh Scheiße‘ – der wollte das gar nicht zugeben. Es ist einfach so. Man muss damit klar kommen. Das ist wie wenn du dir ein neues Auto kaufst. Dann muss dir klar sein, dass irgendwann mal der erste Kratzer reinkommt. Ich meine, so ist das, es müssen andere Wege angegangen werden. Internet ist Fluch aber auch Segen zugleich.

Ihr habt gesagt ihr nutzt das auch für Kontakt mit den Fans. In einem Online-Video habt ihr sie dazu aufgerufen: ‚schickt uns eure eigene RedBox‘ – habt ihr was bekommen?

Ralph: Ich hab ehrlich gesagt noch gar nicht nachgeschaut, das macht der Thorsten unser Gitarrist (lacht). Ich weiß es nicht genau.

Marta: Da sind schon ein paar gekommen. Es ist schon sehr lustig.

Kannst du was zum Besten geben davon?

Marta: Du meinst den Remix?

Ralph: Nein nein, nicht die Remixes. Sondern dass die Leute doch was geschickt haben und ihre eigenen Gesänge auf dieses Instrumental gepackt haben.

Marta: Achso nee, das hab ich auch noch nicht gehört.

Ralph: Ich glaube das kommt alles auf Thorstens Mailbox, hab ich jetzt noch nicht gehört.

Ganz kurz: Wie kamt ihr denn überhaupt dazu ein Album nach einem Instrumental-Stück zu benennen, das etwa eine Minute lang ist?

Marta: Also ich wollte ja darauf singen. Aber es wurde mir verboten… ich hab wirklich was drauf gesungen…

Ralph: … komischerweise war diesmal auch der Albumtitel zuerst da und dieses Instrumentalstück ist ganz spontan im Studio noch entstanden. Wir fanden’s phat und das ist auch so symbolisch für das ganze Album: wir mussten niemanden fragen ‚packen wir’s drauf, dürfen wir’s draufpacken?‘. Wir haben einfach gemeinsam beschlossen wir finden das phat, wir lassen es drauf, Marta darf mal nicht singen, auch ok (lacht). Und deshalb ist es einfach aufs Album gekommen und hieß dann eben RedBox. Es wurde also eher das Instrumentalstück nach dem Albumtitel benannt.

Habt ihr Tipps an junge Bands wie man 17 Jahre lang zusammen und erfolgreich bleibt?

Ralph: Verliebt euch in die Sängerin! (beide lachen)

Marta: Man muss sich respektieren. Wenn du vier fremde Menschen zusammen tust – das ist bei jeder Band so, entweder man kennt sich aus der Klasse oder man hat eben irgendwo am Proberaum überall Zettel ‚suche Schlagzeuger‘, ‚suche Bassisten‘ – es treffen sich oft fremde Menschen einfach. Und natürlich hat jeder Macken. Bis auf mich sind alle immer wieder komisch (lacht). Oder eben unperfekt. Und ich glaube es ist das Wichtigste die Macken so schnell wie möglich rauszufinden und sie abzuhaken: Ok, der Mensch macht das nicht absichtlich, so ist es einfach. Wir wissen auf ‘ner Tour mit wem wir morgens nie rechnen dürfen: Wenn der reinkommt darf man dem nie guten Morgen sagen oder wenn mans sagt bekommt man nie eine Antwort. Man darf sich nicht aufregen, dass der Andere auf bestimmte Sprüche doof reagiert, dass der Andere wenn man auf Tour ist immer krank ist und die ganzen Nächte durch hustet. Man muss das halt so abhaken als: ‚so ist das, so ist es immer gewesen, so wird es immer sein‘ und sobald man das akzeptiert dann weiß man das, kann es abbuchen unter ‚doofer Tag‘. (Sie ruft durchs backstage) ‘Marta hat Rückenschmerzen, sie ist beschissen drauf, hört keiner zu!‘ Und ich sag‘ auch ‚Leute mir geht’s beschissen, ich bin heute mega zickig, tut mir leid wenn ich zickig sein sollte‘. Und es funktioniert. Die Leute lassen mich dann in Ruhe, du musst dich nicht aufregen, weil du dich vorher schon entschuldigst zum Beispiel.

Und dann natürlich für junge Bands: Nicht aufhören, wirklich ständig dabei zu bleiben. Spielen, spielen, spielen, spielen und professionell zu sein. Das ist was viele Bands vergessen, die spielen dann einmal support auf irgendeinem Festival um 12 Uhr Mittags wo abends Linkin Park spielen oder so und die denken sich schon: ‚Oh, wir haben’s geschafft, wir sind ganz groß‘, machen den Backstage-Raum kaputt, pobeln die Frau an, die für sie Catering macht. Dann kommt der Veranstalter und die sagen ‚eey sind wir nicht geil‘, weil die irgendwie besoffen sind – die werden nie wieder gebucht! Es hat sich wirklich immer bei uns ausbezahlt sich immer zu bedanken, immer pünktlich zu sein, nie zu überziehen, genau sich daran zu halten wie lange wir spielen sollten und die Leute buchen dich gerne wieder…

…und früh ins Bett zu gehen…

Marta: Ja, nur für die Sängerinnen, sonst geht die Stimme an Eimer. Aber ich bin das ganze Jahr nicht krank gewesen, muss es jetzt ausbaden. Deswegen ist meine Stimme ein bisschen angeschlagen. Genauso wie mein rücken, aber so ist das Leben. Zumindest bin ich gut drauf heute!

Ralph: Zicke! (er zwinkert und lacht)

See the Video of this Interview:

  1. October 30th, 2010
    Trackback from : Orange Finder Blog

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